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Mounted Games?

Mounted Games – Reitsport auf der Überholspur

Auf die Plätze. Fertig. Los. Die Flagge des Schiedsrichters saust zu Boden und die Ponys rasen in die Arena. Im Galopp werden Luftballons mit Lanzen zerstochen, Kaffeebecher von einem Pfahl auf den nächsten gesetzt oder „einfach nur“ Slalom um Pfähle geritten. Es gibt 24 verschiedenen Spiele, die hier aufzuzählen den Rahmen sprengen würde. Bei allen Spielen wird den Reitern und Ponys einiges an Können abverlangt. Da werden Bälle aus Wassereimern  vom Boden gefischt (ohne Abzusteigen!) auf galoppierende Pferde aufgesprungen, Pferde ohne Reiter von Reitern mit Pferden im Galopp geführt und vieles mehr.

Um Mounted Games erfolgreich zu Reiten ist eine gute Reitausbildung (Dressur) unbedingte Voraussetzung. Nur mit solider Grundlage kann man in diesem Reitsport gute Leistungen im Team erwarten.

Mounted Games ist Reitsport im Team und damit eine der wenigen Möglichkeiten Reitsport als Mannschaftssport zu betreiben. Für Zuschauer ist dieser Teamsport das spannendste, was Reitsport in Deutschland zu bieten hat.  Das englische Wort mounted steht in diesem Zusammenhang für „beritten“ und zusammen mit Games könnte man Mounted Games auch mit „Reiterspiele“ übersetzen. So heißt auch der deutsche Dachverband folgerichtig Verband für Reiterspiele Mounted Games Deutschland (VRMGD).

Regeln

Es treten auf einem regulären Turnier (Ranglistenturnier) immer 5 – 8 Teams gleichzeitig  gegeneinander an. Nach dem Startsignal des Schiedsrichters geht es in die sogenannte Arena in der jedes Team in einer Bahn reitet. Wer als schnellstes Team ein Spiel  fehlerfrei  absolviert hat bekommt soviel Punkte, wie Teams im Rennen sind, der zweite 1 Punkt weniger  usw. Für Fehler, die nicht korrigiert werden, gibt es 0 Punkte.

Die Bahnen sind zwischen Start und Wechsellinie 54 Meter lang. Die Reiter machen Tempo bis zur Wechsellinie, wo sie entweder von einem Teammitglied abgelöst werden, oder umkehren und zurückreiten. Hier hat jedes Spiel seine eigenen Regeln. In einigen Spielen müssen die ankommenden Reiter auch den wartenden Reiter mitnehmen, oder nur dessen Pferd. Gut das es bei jedem Mounted Games Turnier einen Sprecher gibt, der das Geschehen erklärt und die Punktestände bekanntgibt.

In Deutschland wird Mounted Games in zwei Klassen geritten: Der Offenen Klasse, die altersmäßig nicht begrenzt ist und der Jugendklasse, die Reiter bis 16 Jahre zulässt. International wird in drei Klassen geritten: U12 und U16 für unter 12 bzw. unter 16 Jährige Aktive und Offene Klasse für alle Altersgruppen. Aus diesem Grunde gibt es in Deutschland drei Nationalteams.

Im Gegensatz zum Heimatland der Spiele (England) darf in Deutschland auch auf Pferden Mounted Games geritten werden. Jedoch empfiehlt sich für diesen Reitsport eher ein wendiges intelligentes Pony: Häufig muss auf und abgesprungen werden, das geht natürlich mit Ponys einfacher. Besonders das Aufspringen gelingt auch erfahrenen Reitern nicht immer. Hier ist natürlich – wie auch bei Anfängern – Aufsteigen angesagt.

Fairness

Bei den Mounted Games dürfen weder Gerte noch Sporen benutzt werden. Trotz – oder gerade wegen – der rasanten Spiele wird viel Wert auf gute Behandlung der Ponys gelegt. Es gibt je nach Ponygröße Gewichts- und Größenbegrenzungen für den Reiter. Behandelt ein Reiter sein Pony zu grob oder beschimpft er es gar, so wird die Mannschaft mit 0 Punkten für das jeweilige Spiel bestraft.

Trotz der Jagd nach Punkten ist es auffällig, wie gut sich auch die Mannschaften untereinander verstehen. Man hilft sich gegenseitig auf jedem Turnier und freut sich auch über gute Leistungen anderer Teams. Aber natürlich will jedes Team gewinnen, denn Gewinnen macht eben mehr Spaß als Verlieren.

Mounted Games Geschichte

England – noch genauer, die ehemalige Kronkolonie Indien – ist Heimat dieses ständig an Fans gewinnenden Reitsports. In Indien haben Reitersoldaten die Spiele entwickelt um sich in Friedenszeiten fit zu halten. Die Briten formten noch zur Kolonialzeit ein Regelwerk, das noch heute Bestand hat. Erst 1990 wurden die Mounted Games vom engagierten Reiter Friedrich Karl Vollmers in die Nordheide nach Jesteburg geholt und verbreiten sich seitdem in Deutschland.

In den letzten drei  Jahre sogar ziemlich schnell: So wird in diesem Jahr auch im fernen Bayern erstmalig ein Mounted Games Ranglistenturnier stattfinden. Bis man Ranglistenturniere hierzulande wie in Großbritannien vor einigen tausend Zuschauern veranstaltet, wird wohl noch einige Zeit